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Aktuelle Version

Vorwort

Die gesellschaftliche Entwicklung, wirtschaftlich und gesetzlich bedingte, geänderte Rahmenbedingungen sowie die Weiterentwicklung des Vereinslebens machen eine Umgestaltung des Vereins und damit auch eine Neufassung seiner Satzung erforderlich.

Präambel

Die Statuten des Jägervereins aus dem Jahre 1834 bleiben in ihren Grundsätzen Grundlage für die weitere Arbeit im Jägerverein und bestimmen den Inhalt und Geist der auf die heutigen Verhältnisse abgestimmten nachstehenden Satzung.

§1 Name und Sitz

Der Verein führt den Namen „Jägerverein Neheim 1834 e.V.“.

Er ist unter diesem Namen im Vereinsregister des Amtsgerichts Arnsberg eingetragen und hat seinen Sitz in Arnsberg, Stadtteil Neheim, Mendener Str. 35.

§2 Wesen und Aufgabe

Der Jägerverein Neheim ist eine Vereinigung natürlicher Personen, die sich die Förderung und Pflege des heimatlichen Brauchtums und bürgerlichen Gemeinsinns zur Aufgabe machen.

Die Mitglieder des Vereins stellen sich folgende Aufgaben:

  • Ausgleich sozialer und konfessioneller Spannungen,
  • Unterstützung caritativer Zwecke,
  • Pflege und Förderung von Volkstanz und Schießsport,
  • Mitwirkung und Mitgestaltung am Gemeinwesen aus verantwortungsbewusstem Bürgersinn,
  • Pflege der geschichtlichen Überlieferung und des althergebrachten Brauchtums, zu dem auch die Durchführung des traditionellen Jägerfestes gehört,
  • Förderung der Jugendpflege,
  • Förderung der Musik durch Ausbildung und Unterhaltung einer Bläsergruppe,
  • tätige und finanzielle Mithilfe bei der Denkmalpflege, Teil der Denkmalpflege können dabei der Erwerb und die Unterhaltung entsprechender Bausubstanzen sein,
  • Aufzeichnung und Bebilderung des Vereinslebens sowie kommunaler Ereignisse, Begebenheiten und Entwicklungen im Stadtgebiet Neheim aus dem Blickwinkel des Jägervereins.
§3 Gemeinnützigkeit

Dar Jägerverein verfolgt ausschließlich gemeinnützige, mildtätige und sportliche
Zwecke im Sinne der Abgabenordnung durch die vorgegebenen Aufgaben in § 2 der
Satzung.

Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche
Zwecke.

Mittel des Vereins dürfen nur für satzungskonforme Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Gewinne und in ihrer Eigenschaft ais Mitglieder auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Sie haben bei ihrem Ausscheiden, bei Auflösung oder bei Aufhebung des Vereins keine vermögensrechtlichen Ansprüche gegen den Verein.

Kein Mitglied darf durch Verwaltungsaufgaben, die den Zwecken des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§4 Mitgliedschaft
  • Der Verein hat erwachsende Mitglieder, Jugendliche und Kinder.
  • Unabhängig von Nationalität, Konfession und Geschlecht kann jede Person Mitglied werden, die unbescholten und bereit ist, sich den Zielen und Zwecken dieser Satzung uneingeschränkt zu verpflichten.
  • Wer die Mitgliedschaft beantragen möchte, hat schriftlich seine Aufnahme in eine der vier Kompanien des Jägervereins zu beantragen (formeller Aufnahmeantrag). Der gesetzliche Vorstand entscheidet über den Aufnahmeantrag mit Mehrheit seiner Stimmen. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. Lehnt der Vorstand einem Aufnahmeantrag ab, steht dem Bewerber die Anrufung der Mitgliederversammlung offen. Dis Anrufung hat binnen vier Wochen nach Zugang des Ablehnungsschreibens zu erfolgen. Über seine Anrufung wird in der nächsten Mitgliederversammlung entschieden. Die Entscheidung wird dem Bewerber schriftlich mitgeteilt. Bis zur Bekanntgabe der Entscheidung gilt der Antrag als abgelehnt.
  • Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Tod oder Ausschluss. Das ausscheidende Mitglied hat auf das \/ermögen des Jägervereins keinen Anspruch. Auch ein Anspruch auf Auseinandersetzung steht ihm nicht zu. Der Beitrag für das laufende Geschäftsjahr ist spätestens beim Ausscheiden zu zahlen.
  • Der Austritt ist schriftlich gegenüber dem gesetzlichen Vorstand zu erklären.
  • Ein Mitglied kann ausgeschlossen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Ein solcher ist insbesondere dann gegeben, wenn das Mitglied das Ansehen und / oder die Interessen des Jägervereins schädigt oder wenn es mit dem Jahresbeitrag nach Mahnung im Rückstand bleibt.

Über den Ausschluss entscheidet der gesetzliche Vorstand mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag ais abgelehnt. Dem Mitglied ist vorher rechtliches Gehör zu gewähren.

Erkennt das ausgeschlossene Mitglied die Entscheidung des gesetzlichen Vorstandes nicht an, steht ihm innerhalb von vier Wochen ab Zugang der Entscheidung die Berufung an die Mitgliederversammlung zu. Die Beschwerde ist dem gesetzlichen Vorstand schriftlich einzureichen, der verpflichtet ist, sie der nächsten Mitgliederversammlung zu unterbreiten, die durch Beschluss endgültig entscheidet. Bis zu dieser Entscheidung behält das Mitglied seine vollen Mitgliedsrechte und -pfIichten.

Ein ausgeschlossenes Vorstandsmitglied scheidet mit der Rechtswirksamkeit der Ausschlussentscheidung aus seinem Amt aus. Bis zur Rechtswirksamkeit ist es vom Amt suspendiert.

§6 Pflichten und Rechts aus der Mitgliedschaft

Jedes Mitglied ist verpflichtet, den Jägerverein nach besten Kräften zu fördern und die festgesetzten Beiträge zu zahlen.

Der Vereinsbeitrag wird einmal jährlich bis zum 31.03. des Jahres per Lastschrifteinzug erhoben.

Dem Kassierer ist mit dem Aufnahmeantrag eine Lastschrift-Einzugsermächtigung einzureichen. Sollte ein Mitglied nicht über eine Bankverbindung verfügen, so hat es bis zum 31.03. eines jeden Jahres den Jahresbeitrag in einer Summe auf das Mitgliedsbeitragskonto des Vereins zu zahlen.

Entrichtet ein Mitglied seinen Jahresbeitrag nicht, wird es im zweiten Quartal gemahnt.

Ist auch die Mahnung erfolglos, entscheidet der gesetzliche Vorstand, ob das Mitglied mit Ablauf des Jahres aus dem Verein ausscheidet. Für das weitere Verfahren gelten die Bestimmungen des § 4 Punkt 6.

Ein ausgeschlossenes Mitglied kann erst nach Ablauf eines Zeitraumes von zwei Jahren erneut die Mitgliedschaft beantragen.

Vorher eingehende Anträge sind wirkungslos und bedürfen keiner Entscheidung des gesetzlichen Vorstandes.

Der gesetzliche Vorstand kann ein in Not geratenes Mitglied für die Dauer von einem Jahr von der Zahlungspflicht befreien. Nach Ablauf dieser Frist gelten die vorstehenden Ausführungen.

Jedes Mitglied über 18 Jahre besitzt Stimm- und Wahlrecht und ist wählbar.

§6 Jugendkompanie

Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren können über den gesetzlichen Vertreter schriftlich beim gesetzlichen Vorstand des Jägervereins die Aufnahme in die Jugendkompanie beantragen.

Für das Aufnahmeverfahren wird auf § 4 verwiesen.

Die Mitgliedschaft in der Jugendkompanie ist beitragsfrei

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres scheiden die Jugendlichen in der Regel aus der Jugendkompanie aus.

Durch besonderen schriftlichen Antrag an den gesetzlichen Vorstand können Jugendliche bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres Mitglied der Jugendkompanie bleiben. Für diesen Zeitraum besteht allerdings Beitragspflicht.

Ausscheidende Jugendliche bleiben, sofern keine Austrittserklärung vorliegt, Mitglied des Jägervereins und müssen ihre Kompaniewahl treffen.

Die von der Jugendkompanie vorgeschlagenen und vom gesetzlichen Vorstand eingesetzten Vertreter der Jugendkompanie sollten volljährig sein. Die Vertreter haben beratende und unterrichtende Funktionen im Gesamtvorstand. Sie werden ggf. vom gesetzlichen Vorstand zu gesonderten Vorstandssitzungen eingeladen.

§7 Kinderkompanie

Kinder im Alter bis zu 12 Jahren können auf Antrag eines gesetzlichen Vertreters Aufnahme in der Kinderkompanie finden.

Die Mitgliedschaft ist beitragsfrei.

Ausscheidende Kinder werden, sofern keine Austrittserklärung vorliegt, Mitglieder der Jugendkompanie.

Die Kinderkompanie wird von den Kompanieführern der Kinderkompanie geleitet. Diese sind im Gesamtvorstand mit Sitz und Stimme vertreten. Die Kompanieführer werden auf Vorschlag des gesetzlichen Vorstandes, durch die Mitgliederversammlung gewählt.

§8 Organe des Jägervereins Neheim

Organe des Jägervereins Neheim sind:

  • die Mitgliedersammlung
  • der gesetzliche Vorstand
  • der Gesamtvorstand
§9 Mitgliederversammlung

Jährlich ist eine Mitgliederversammlung einzuberufen, die möglichst in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres durchgeführt werden soII.

Außerordentliche Mitgliederversammlungen können bei Bedarf einberufen werden. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung muss einberufen werden, wenn sie von mindestens zehn Prozent der stimmberechtigten Mitglieder unter Angabe des Grundes schriftlich beim gesetzlichen Vorstand beantragt wird.

Die außerordentliche Mitgliederversammlung hat die gleiche Befugnis wie die ordentliche Mitgliederversammlung.

Die Mitgliederversammlung wird vom gesetzlichen Vorstand einberufen und vom Oberst, im Falle seiner Verhinderung von seinem Stellvertreter, geleitet.

Zur Mitgliederversammlung ist mindestens eine Woche vorher durch Bekanntmachung in der „Westfälischen Rundschau“ und in der „WestfaIenpost“ oder schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einzuladen. Anträge zur Mitgliederversammlung können nur berücksichtigt werden, wenn sie mindestens drei Tage vor der Versammlung schriftlich beim gesetzlichen Vorstand eingereicht werden.

Jede ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig (Ausnahme § 19). Abgestimmt wird durch Handzeichen. Auf Verlangen eines Mitgliedes ist schriftlich abzustimmen.

Über jede Mitgliederversammlung ist ein Protokoll zu führen, das vom Versammlungsleiter und vom Schriftführer zu unterzeichnen ist.

§10 Aufgaben der Mitgliederversammlung

Aufgabe der Mitgliederversammlung ist:

  • Wahl des Vorstandes und von zwei Kassenprüfern
  • Beschlussfassung über die Jahresrechnung und den Haushaltsplan
  • Entgegennahme der Berichte des Vorstandes und der Kassenprüfer
  • Entlastung des gesetzlichen Vorstandes
  • Festsetzung der Mitgliedsbeiträge
  • Entscheidung über Beschwerden gegen Aufnahme und Ausschluss eines Mitglieds
  • Änderung der Satzung
  • Auflösung des Jägervereins
  • Entgegennahme des Rechenschaftsberichts der Jägerfest Neheim GmbH

Zur Beschlussfassung über folgende Punkte ist die Mehrheit von drei Vierteln der in der Mitgliederversammlung erschienenen stimmberechtigten Mitglieder erforderlich:

  • Änderung der Satzung
  • Auflösung des Vereins
§ 11 Gesamtvorstand

Der Gesamtvorstand besteht aus:

  • dem Oberst
  • dem Adjutanten des Oberst
  • den Bereichsleitern und dessen Stellvertretern
  • dem Schriftführer und dessen Stellvertreter
  • den Adjutanten des Königs und der Königin
  • einem Vertreter des Ehrenvorstandes
  • dem regierenden König, sowie dem vorherigen König nach Ablegung der Königswürde
  • den Hauptleuten und den stellvertretenden Leitern der Kompanien
  • den Leitern und stellvertretenden Leitern der Kommissionen

Im Bedarfsfall können vom gesetzlichen Vorstand weitere Vorstandsmitglieder berufen werden.

Die Hauptleute und stellvertretenden Leiter der Kompanien sowie der Vertreter des Ehrenvorstandes sind geborene Mitglieder des Gesamtvorstandes. Sie werden von den jeweiligen Kompanien bzw. von den Mitgliedern des Ehrenvorstandes gewählt und in den Gesamtvorstand entsandt. Unbeschadet ihrer Wahl durch die Kompaniemitglieder bzw. durch die Mitglieder des Ehrenvorstandes können sie mit einer Zweidrittel-Mehrheit des Gesamtvorstandes ihres Amtes enthoben werden. Die Abwahl bedarf der anschließenden Bestätigung durch die Mitgliederversammlung.

Mit Ausnahme des regierenden Königs und der geborenen Vorstandsmitglieder erfolgt die Wahl der übrigen Mitglieder des Gesamtvorstandes durch die Mitgliederversammlung des Jägervereins in einem gesonderten Wahlgang. Als gewählt gilt derjenige, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt.

Die Amtsdauer beträgt in der Regel vier Jahre.

Im Falle des vorzeitigen Ausscheides eines Gesamtvorstandsmitgliedes aus seinem Amt erfolgt eine Ersatzwahl für die restliche Amtszeit durch den gesetzlichen Vorstand. Die Wahl bedarf der Bestätigung durch die nächstfolgende Mitgliederversammlung.

§ 12 Gesetzlicher Vorstand

Der Oberst, der Adjutant des Obersts, die Bereichsleiter und der Schriftführer
bilden den gesetzlichen Vorstand im Sinne des § 26 BGB.

Der Oberst oder der Adjutant des Obersts und je zwei Mitglieder des gesetzlichen Vorstandes sind befugt, den Verein gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten.

Die Amtsdauer des gesetzlichen Vorstandes erlischt mit der Eintragung des
neu gewählten Vorstandes im Vereinsregister.

Der gesetzliche Vorstand bestimmt die Geschäftsführung der Jägerfest Neheim GmbH und nimmt für den Verein die Gesellschafterrechte wahr.

§13 Aufgaben des gesetzlichen Vorstandes

Aufgaben des gesetzlichen Vorstandes sind:

  • Führung der Iaufenden Geschäfte
  • Rechnungslegung über das abgelaufene Geschäftsjahr
  • Aufstellung eines Haushaltsplanes
  • Erstellung der Tätigkeitsberichte
  • Beschlussfassung über Aufnahmeanträge
  • Ausschluss eines Mitglieds (§4 Punkt 5)
  • Einberufung der Mitgliederversammlung

Dem gesetzlichen Vorstand obliegt es, die Versammlungen des Jägervereins festzulegen sowie Sonderkommissionen zur Erledigung bestimmter Angelegenheiten zu bestellen. Der gesetzliche Vorstand berät und beschließt über alle Angelegenheiten, soweit sie nicht durch die Mitgliederversammlung geregelt werden oder diese Satzung etwas anderes bestimmt.

Jedes gesetzliche Vorstandsmitglied hat eine Stimme.

Die Beschlüsse des gesetzlichen und des Gesamtvorstandes werden mit Stimmenmehrheit gefasst. Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag abgelehnt. Auf Antrag eines Vorstandsmitgliedes müssen die Abstimmungen durch Stimmzettel erfolgen.

Sollte ein Vorstandsmitglied an irgendeiner Sache persönliches Interesse haben, so hat es dies von sich aus zu offenbaren. Von der Abstimmung über diesen Punkt ist es dann ausgeschlossen.

Über die Sitzungen und Beschlüsse wird vom Schriftführer Protokoll geführt.

§ 14 Einzelaufgaben von Vorstandsmitgliedern

Der Oberst ist der Repräsentant des Jägervereins. Er beruft und leitet die Sitzungen des Gesamtvorstandes.

Der Adjutant des Obersts unterstützt den Oberst und vertritt ihn bei Abwesenheit.

Der Bereichsleiter Finanzen ist für das Finanzwesen des Jägervereins verantwortlich. Er hat alle Einnahmen und Ausgaben mit der Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns aufzuzeichnen und die Belege zu verwahren. Er hat den Jahresabschluss zu erstellen und Rechnung zu legen. Zur ordentlichen Erledigung seiner Aufgaben kann er fachliche Hilfe in Anspruch nehmen und entsprechende Auftrage vergeben (z.B. Steuerberatung, Anwalt usw.). Er stellt die Zahlungsanweisungen aus. Er hat die finanzielle Oberaufsicht über die Kompanien.

Weitere Bereichsleiter sind für Sonderausgaben zuständig.

Dem Schriftführer obliegt das Schriftwesen des Vereins. Er führt und verwahrt
das gesamte Schriftwerk. Er fertigt Protokolle über Vorstandsitzungen und Mitgliederversammlungen.

Der König ist der in der Regel für zwei Jahre durch das Sternschießen ermittelte Repräsentant des Jägervereins, der diesen neben dem Oberst nach außen vertritt.

Die Kompanien bilden die Grundstruktur der Vereinsmitglieder. Alle Mitglieder, mit Ausnahme des gesetzlichen Vorstands, sind Mitglieder einer Kompanie. Welcher Kompanie sich ein Mitglied anschließt, kann es frei durch schriftliche Erklärung gegenüber dem gesetzlichen Vorstand bestimmen. Es ist auch möglich, durch schriftliche Erklärung gegenüber dem gesetzlichen Vorstand die Kompanie zu wechseln.

Die Kompanien sollen in eigener Entscheidung im Rahmen der satzungsgemäßen Zwecke des Jägervereins und im Rahmen der kompanieeigenen finanziellen Mittel eigene Aktivitäten zur Förderung der Satzungszwecke und des Zusammenhalts unter den Mitgliedern entwickeln. Sie können sich eigene, im Rahmen der Vereinssatzung liegende Richtlinien und Organisationsstrukturen geben.

Die Kommissionen des Jägervereins werden für die Erfüllung genau festgelegter und wiederkehrender Aufgaben vom gesetzlichen Vorstand gebildet.

§ 15 Ehrungen und Ehrenzeichen

Mitglieder und Nichtmitglieder, die sich um den Jägerverein besonders verdient gemacht haben, können durch Ehrungen und Ehrenzeichen ausgezeichnet werden. Dies obliegt dem gesetzlichen Vorstand.

§ 16 Kassenprüfer

Die Mitgliederversammlung wählt für jeweils ein Jahr zwei Kassenprüfer, Wiederwahl ist möglich, jedoch mit der Maßgabe, dass bei jeder Wahl ein Prüfer ausscheidet. Die Kassenprüfer haben vor dem Rechnungsabschluss eine ordentliche Kassenprüfung vorzunehmen und darüber in der Jahreshauptversammlung Bericht zu erstatten.

Mitglieder des gesetzlichen Vorstandes können nicht zu Kassenprüfern gemacht werden.

§ 17 Festveranstaltung

Der Jägerverein feiert üblicherweise in zweijährigem Rhythmus das Jägerfest als Neheimer Volksfest.

Die Durchführung des Jägerfestes wird der Tochtergesellschaft „Jägerfest
Neheim GmbH" übertragen.

§ 18 König

Der König wird durch ein Sternschießen ermittelt. König ist derjenige, der den Rest des Sterns abschießt. Er muss in geregelten Verhältnissen leben und über einen einwandfreien Leumund verfügen. Der König wählt seine Königin selbst. Er gehört dem Gesamtvorstand am. Nach Ablegung der Königswürde bleibt er für weitere zwei Jahre geborenes Mitglied des Gesamtvorstandes.

§19 Auflösung des Jägervereins

Über die Auflösung des Jägervereins entscheidet eine Mitgliederversammlung, in der mehr als die Hälfte aller Mitglieder anwesend sein muss. Der Beschluss bedarf einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen. Ist die Hälfte der Mitglieder nicht anwesend, so ist innerhalb eines Monats nach der Mitgliederversammlung eine neue einzuberufen, die in jedem Fall beschlussfähig ist. Auch in diesem Fall ist eine Stimmenmehrheit für den Auflösungsbeschluss erforderlich.

Im Falle der Auflösung des Jägervereins wird nach Deckung aller Schulden das noch verbleibende Vermögen der Stadt Arnsberg übertragen, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder sportliche Zwecke im Bereich des Stadtteils Neheim zu verwenden hat.

Satzung von 1834

Statuten des Jäger-Vereins zu Neheim

In fast allen benachbarten Städten und Ortschaften wird jährlich ein Volksfest gefeiert, woran der Arme wie der Reiche, der Eingesessene wie der Fremde, der Verheiratete wie der Unverheiratete teilnehmen kann und gewiß ist ein solches Fest, wobei zwischen Rang und Stand kein Unterschied gemacht wird und wo sich jeder ohne Ausnahme seines Lebens freuen und froh und vergnügt sein kann, und wo überhaupt Gemeinsinn und Eintracht befördert wird, sehr wünschenswert. Mehrere Eingesessene fühlen sich deshalb veranlaßt, auch ein solches allgemeines Volksfest unter dem Namen "Jägerfest" in unserer Stadt zu begründen und hoffen, daß dieses nicht nur jedem Einwohner willkommen sein wird, sondern daß auch jeder gern das Seinige dazu beiträgt, damit das Fest mit Liebe, Einigkeit und zur Freude aller Teilnehmer gefeiert wird. Zu diesem Ende wurden nachstehende Bestimmungen getroffen:

  1. Die Stadt wird in 4 Kompagnien eingeteilt und macht jede Straße eine Kompagnie aus.
  2. Zählt eine Kompagnie mehr als die andere, so werden die zunächst wohnenden Jäger derjenigen Kompagnie, woran sie fehlen, überwiesen.
  3. Jedem Eingesessenen, sobald er kornfirmiert ist, steht es frei, gegen Erlegung des Beitrages an dem Fest teilzunehmen, er muß sich jedoch spätestens 8 Tage vor dem Fest gemeldet und den festgesetzten Beitrag entrichtet haben, widrigenfalls er zurückgewiesen wird.
  4. Jede Kompagnie wählt ihren Hauptmann durch Stimmen-Mehrheit und die 4 Hauptleute alsdann ihren Obersten, sowie die sonstigen Offiziere.
  5. Wer gewählt wird, muß den Posten annehmen, wenn nicht Krankheit oder Abwesenheit ihn hindert, oder fünf Taler an die Gesellschaft entrichten.
  6. Alle 6 Jahre wird von neuem gewählt, es sei denn, daß durch Abgang früher eine Stelle vacant wird.
  7. Das gesamte Offizier-Korps tritt einige Zeit vor dem Feste zusammen und berät die zu machenden Anordnungen; der Oberst hat dieserhalb das Nötige einzuleiten. Die Mehrheit der Stimmen entscheidet; sollten diese zufällig gerade zur Hälfte geteilt sein, so soll die Stimme des Obersten für 2 Stimmen gelten. Wer einer Versammlung nicht beiwohnt, unterwirft sich selbstredend den darin gefaßten Beschlüssen; es müssen die Hälfte Teilnehmer zugegen sein, um einen Beschluß von Wichtigkeit fassen zu können.
  8. Der Beitrag wird für dieses Jahr für jeden Jäger auf 20 Sgr. (Silbergroschen) festgesetzt, wofür er zugleich das Recht hat, eine Dame mit einführen zu können. Für später sind die Beiträge näher zu bestimmen.
  9. Jeder Fremde hat Zutritt und zahlt gegen eine Einlaßkarte 10 Sgr., sowie jede Dame 5 Sgr. pro Tag. Abänderungen hierin sind zulässig.
  10. Das gesamte Offizier-Korps hat die zu machenden Anordnungen zu bestreiten, und falls die Einnahmen die Kosten nicht decken, den Ausfall zu übernehmen; ergibt sich jedoch in den folgenden Jahren ein Oberschuß, so wird dieser zuvörderst zur Tilgung verwendet und was dann noch übrig bleibt, zum Besten der ganzen Gesellschaft aufgehoben.
  11. Das Fest dauert nie länger als 2 Tage, nämlich Sonntag und Montag; am ersten Tage wird nach einem Stern geschossen und am zweiten Tage finden verschiedene Belustigungen statt; für dieses Jahr 1834 wird das Fest auf den 31. August festgesetzt und für die Folge jedesmal auf den ersten Sonntag im August.
  12. Wer das letzte Stück vom Stern herunterschießt, ist König und erhält als Anerkennung einen Stern mit einer silbernen Medaille, darf aber unter keiner Bedingung den Jägern irgend einen Zech oder Festschmaus geben, will er sich freigebig zeigen, so wird der Verein es mit Dank anerkennen, wenn er demselben irgend ein Andenken an seine hohe Person übergibt; der Stern wird zurückgegeben.
  13. Durch Erklärung der Teilnahme und Zahlung des Beitrages verpflichtet sich jeder Teilnehmer unbedingt zu allen getroffenen Anordnungen und hat sich bei vorfallenden Streitigkeiten unverzüglich dem Urteile des Obersten und der 4 Hauptleute zu unterwerfen; war die Unordnung von einigem Belang, so soll bei der nächsten Generalversammlung darüber beraten werden, ob der Freudenstörer fernerhin würdig ist, an dem Feste teilzunehmen. Es sind hierbei Veranlassung und obwaltende Verhältnisse genau zu erwägen.
  14. Die Rangordnung der Kompagnien wird für das erste Jahr durch das Los bestimmt und für die Folge dahin festgestellt, daß jedes Jahr die Kompagnien einen Rang voran rücken, nämlich was dieses Jahr die erste Kompagnie ist, wird das künftige Jahr die vierte und was dieses Jahr die vierte gewesen ist, die dritte etc. Es kann darüber auch gütliche Vereinigung unter den einzelnen Hauptleuten stattfinden.

Neheim, im Mai 1834

Das Offizier-Korps

F.W. Brökelmann, Th. Cosack, Jos. Frieling, Th. Vehling, Egon Cosack, Dr. Franz Josef Hilsmann, Julius Peiffer, Heinrich Frieling, F.W. Wolff, Wilh. Kuhlhoff.

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